Während der kleine Canon Selphy als mobiler Fotodrucker durchaus eine gute Figur macht, ist die Farbtreue der Ausdrucke eine seiner wenigen Schwachstellen. Das lässt sich mit der Farbeinstellung am Drucker zwar teilweise kompensieren, der Königsweg aber ist eine Farbkalibrierung des Selphy mit einem ICC-Profil. Das sorgt dafür, dass die Farben möglichst unverfälscht aufs Papier kommen.

Wozu dient ein ICC-Profil?

Was also ist ein ICC-Profil? Druckst du das gleiche Bild mit verschiedenen Druckern, wird z. B. das Blau auf allen Ausdrucken etwas anders aussehen. Das gilt auch für verschiedene Bildschirme, zum Beispiel am Laptop und am Handy. Im professionellen Bereich ist es deshalb essentiell, dass über die gesamte Verarbeitungskette Farbtreue gewährleistet ist. Damit werden zum Beispiel Produktbilder sowohl online als auch im gedruckten Katalog möglichst nah an den tatsächlichen Farben dargestellt. 

Dafür hat das International Color Consortium (ICC), ein Zusammenschluss großer Hersteller wie Sony, Apple, Fuji, Microsoft, Xerox u. a., den gleichnamigen ICC-Farbmanagement-Standard entwickelt. 

Ein ICC-Profil ist eine Datei, die den Farbumfang des Gerätes enthält und beschreibt, welche Farben im Gerät welchen Farben im Standard CIELAB-Farbraum zugeordnet sind, um eine möglichst farbechte Wiedergabe zu erreichen.

Das ICC-Profil für den Canon Selphy

Zur Erstellung eines ICC-Profils wird bei Druckern ein spezieller Farb-Testchart ausgedruckt, der anschließend mit einem Spektralphotometer ausgewertet wird. So werden die Farbabweichungen im Ausdruck ermittelt. Anschließend werden diese im erstellten ICC-Profil hinterlegt. Dieses Profil ist nicht nur spezifisch für den verwendeten Drucker, sondern auch für das genutzte Papier und die verwendeten Druckeinstellungen.


Unter folgendem Link findest du das ICC-Profil für den Canon Selphy CP1300 mit dem RP-108-Fotopapier (10x15cm):

Ein 100% auf deinen Drucker zugeschnittenes Profil erhältst du theoretisch nur durch eine individuelle Kalibrierung deines Selphy. Da die von Canon verwendete Drucktechnik und auch das Papier bei jedem Selphy identisch ist, dürfte das oben verlinkte Profil in den meisten Fällen aber zu guten Ergebnissen führen.

Installation:

  • Am Mac: Um das Profil zu verwenden kopierst du es nach Library/Colorsync/Profiles/. Anschließend steht es in allen Anwendungen, die mit ICC-Profilen arbeiten können zur Verfügung.
  • Unter Windows: Hier verfährst du ähnlich, der Pfad lautet C:/Windows/system32/spool/drivers/color.

Ergebnisse

Bei Verwendung des ICC-Profils zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Farbtreue im Ausdruck gegenüber der Darstellung am Bildschirm. In der Farbwiedergabe aber noch einmal sichtbar besser sind die Ausdrucke aus dem Fotolabor. Hier zeigen sich einfach die Grenzen des günstigen Canon Selphy, der natürlich auch nur einen Bruchteil eines professionellen Fotodruckers kostet.

In den folgenden Bildern sind die Unterschiede zwischen ursprünglicher Aufnahme, Ausdruck mit Standardeinstellungen und Ausdruck mit ICC-Profil sichtbar. Wenn bei dir alles gleich aussieht kann das durchaus an deinem Monitor liegen. Im Selbstversuch sind am iMac die Unterschiede klar zu erkennen, am älteren MacBook Air dagegen gerade einmal zu erahnen.

Zusammenfassend hat sich die Erstellung des Farbprofils gelohnt, die Farbtöne stimmen und der Farbstich ist zum größten Teil weg. Die Farbintensität könnte immer noch etwas besser sein. Abhilfe schafft hier, die Farben vor dem Druck in der Bildbearbeitung noch etwas anzuheben.

Wenn du einen Selphy hast, probier’s mal aus, wenn du keinen hast – es ist bald wieder Weihnachten 🙂



Alle Bilder: www.objektiv-guide.de