Heute entstehen bei jeder Gelegenheit schöne Fotos und Erinnerungen. Das Handy ist immer dabei und hält die besten Momente fest. Im Vergleich zu früher, als Fotos zwangsläufig auf Papier entwickelt wurden, gerät heute leider ein großer Teil der Bilder auf den Handies und Festplatten in Vergessenheit. Wer hat sich nicht vorgenommen die schönsten Fotos vom letzten Urlaub auszudrucken? Falls es beim Vorsatz geblieben ist, schafft ein mobiler Fotodrucker wie der Canon Selphy CP1300 Abhilfe. Der kann natürlich nicht nur Handybilder zu Papier bringen, sondern im stationären Einsatz auch die Lightroom-Bildersammlung. Wie gut das funktioniert erfährst du in diesem Artikel.

Was ist der Canon Selphy?

Und was ist er nicht? Der Selphy druckt Fotos auf speziellem Canon-Fotopapier im Format 10×15 randlos im Thermosublimationsverfahren, d. h. „Look & Feel“ der Ausdrucke entsprechen echten Laborabzügen. Die Bilder nimmt er über WLAN, USB-Stick oder direkt von einer SD-Karte entgegen. Per USB lässt er sich auch direkt mit einem Computer verbinden. Canon verspricht laborähnliche Qualität und 100 Jahre Lebensdauer (…für die Bilder, nicht für den Drucker). Mit einer Grundfläche von nicht einmal einer A5-Seite, einer Höhe von 6cm und einem Gewicht unter einem Kilo geht er noch als „mobil“ durch. Mit Akku kommen noch einmal 350g dazu.

Mobiler Fotodrucker Canon Selphy CP1300

Aber auch Canon gelingt nicht die Quadratur des Kreises: Einen kleinen, leichten Fotodrucker für etwas über einhundert Euro, der es mit professionellen Fotolaboren aufnimmt, kann leider auch Canon nicht bauen. Aber auch wenn der Selphy CP1300 vor allem bei Größe und Preis punktet kann sich die Bildqualität sehen lassen. Großformatige und besonders hochwertige Ausdrucke überlässt man natürlich lieber einem professionellen Druckservice.

Den Canon Selphy CP1300 gibt es in den drei Farbvarianten schwarz, weiß und rosé. Der Vorgänger CP1200 unterscheidet sich nicht wesentlich und wird nicht mehr vertrieben. Daneben gibt es noch die Selphy-Variante CP1000, der vor allem die WLAN-Funktion fehlt:

ModellCP1000CP1300 WLAN
WLAN
red x
green check
Canon PRINT Inkjet/SELPHY App
Apple AirPrint (iOS/MacOS)
Canon Print Plugin (Android)
Mopria Print Service (Android)
Auflösung300ppi300ppi
AkkuNB-CP2LH
(optional, ausreichend für ca. 36 Drucke)
NB-CP2LH
(optional, ausreichend für ca. 36 Drucke)
KartenslotSD
CF
SD
Farbraum3 x 8bit (16,7 Mio. Farben)3 x 8bit (16,7 Mio. Farben)
Display2,7" TFT3,2" TFT
Verfügbar beiAmazonAmazon

Über Bluetooth verfügen die Selphy-Drucker entgegen teilweise anders lautenden Informationen nicht. Vereinzelt sind auch noch ältere Selphy-Fotodrucker im Handel. Da die Drucktechnik bei allen Modellen die gleiche ist, unterscheiden sich die verschiedenen Modelle in dieser Hinsicht nicht, sondern allenfalls bei den diversen Zusatzfeatures wie WLAN, Kartenslots, Softwarefunktionen etc.

Installation

Im Lieferumfang befinden sich

  • der Canon Selphy selbst
  • ein Papierfach für 100x148mm-Fotopapier
  • ein Netzteil
  • die Bedienungsanleitung

Die enthaltene Bedienungsanleitung ist rudimentär, das vollständige Handbuch gibt es bei Canon zum Download. Soll der Drucker per USB angeschlossen werden, benötigst du noch ein passendes Kabel. Ebenfalls nicht im Lieferumfang enthalten sind die Farbkartusche und das Fotopapier. Beides wird als Bundle verkauft und kostet für 108 Fotos etwa 25 € (siehe Verbrauchsmaterial).

Canon Selphy Farbkartusche einsetzen

Einsetzen der Farbkartusche

Zur Installation wird zuerst die Farbkartusche eingesetzt (es gibt nur eine Richtung die passt). Jetzt kann das Netzkabel angesteckt werden. Das Papier ist einzeln zu 18 Blatt verpackt, und mehr passt auch nicht in die Papierkassette. Vorsichtig einlegen und dabei nicht auf die spätere Fotoseite fassen. Zum Schluss wird noch die Abdeckung auf der Vorderseite des Druckers geöffnet, so dass die befüllte Papierkassette dort eingesetzt werden kann.

Nach dem Einschalten erscheint ein Home-Screen mit 6 Feldern. Die Bedienung erfolgt mit den Pfeiltasten sowie der OK- und Zurück-Taste. Per „Home“-Taste gelangst du immer zurück auf den Startbildschirm.

Wer über das heimische WLAN drucken möchte, wählt unten in der Mitte den Menüpunkt „Wi-Fi Settings“. Die Einrichtung erfolgt am einfachsten per WPS: WLAN auswählen, WPS-Button am Router drücken, danach am Selphy bestätigen und man ist „drin“.

Canon Selphy Homescreen

Canon Selphy Homescreen

Am Mac kann der Fotodrucker anschließend in den Systemeinstellungen per „+“-Schaltfläche hinzugefügt werden. Die Einrichtung erfolgt dann automatisch. Das hat im Test problemlos funktioniert und der Drucker steht anschließend in allen Anwendungen zur Verfügung.

Für die Nutzung als mobiler Fotodrucker kann der Selphy auch einen eigenen WLAN-Access-Point zur Verfügung stellen, mit dem man sich zum Beispiel per Handy verbinden kann. Die restlichen Optionen drehen sich um diverse Layoutoptionen beim direkten Druck von SD-Karte oder Kamera. Im Einstellungsmenü unten rechts kann Einfluss auf den Ausdruck genommen werden und Bildränder, Oberflächenqualität sowie Farb- und Helligkeitskorrektur angepasst werden.

Fotos drucken

Drucken aus Lightroom

In Lightroom ist der entsprechende Preset schnell angelegt. Hier muss nicht groß getrickst werden, die naheliegenden Einstellungen funktionieren:

  • Papierformat 100x148mm
  • alle Ränder = 0mm
  • Option „Ausfüllen“ aktivieren (um 2:3-Formate tatsächlich randlos zu drucken)

Wer lieber mit Rand druckt muss eventuell verschiedene Randeinstellungen ausprobieren, damit der Rand auf allen Seiten gleich breit wird.

Canon wirbt mit einer Druckzeit von 47s je Bild. Vom Klick auf „Drucken“ bis zum fertigen Bild hat es im Test 1:33 min gedauert. Die reine Druckzeit beträgt etwa 1min. Der Selphy druckt jede Farbe (Gelb, Magenta und Cyan) einzeln und zieht das Papier danach wieder ein. Dabei fährt es nicht zurück in die Papierkassette, sondern erscheint an der Rückseite des Druckers. Dort sollte also etwas Platz gelassen werden. Im vierten Druckdurchgang wird eine Abschlussfixierung auf das Bild aufgebracht. Der Deckel des Papierfaches dient dann gleichzeitig als Ablage für das fertige Bild.

Die Bilder haben an den kurzen Seiten einen perforierten Papierrand, der dem Drucker zum Festhalten des Bildes dient und nicht bedruckt werden kann. Dieser wird nach dem Ausdruck einfach durch Umknicken entfernt.

Druckqualität und Farbkorrektur

Canon Selphy CP1300 Settings

Farbkorrektur-Einstellung beim Canon Selphy CP1300

Erster Eindruck vom Ausdruck: Etwas zu dunkel und mit einem starken Blaustich. Zum Glück bietet der Drucker die Möglichkeit einer Farbkorrektur. Mit folgenden Einstellungen wurden recht gute Ergebnisse erzielt:

  • Image Optimize = Off
  • Brightness = +1
  • Color Adjustment = 0/Y2 (d. h. zwei Stufen in Richtung gelb verschoben)

Achtung: Diese Einstellungen werden beim Ausschalten des Druckers leider nicht gespeichert und müssen jedesmal neu vorgenommen werden.

Farben und Schärfe des Selphy sind für den normalen Gebrauch völlig in Ordnung. Im Vergleich zu dm-Ausdrucken auf Fuji-Papier sind die Farben etwas kälter in der Darstellung und weniger intensiv. Das lässt sich aber ggf. durch passende Farbkorrektureinstellungen verbessern. Dass zwei Ausdrucke auf verschiedenen Druckern ohne Kalibrierung nicht identisch sind, liegt aber in der Natur der Sache. In den folgenden Beispielbildern ist jeweils der linke Abzug ein dm-Ausdruck, der rechte jeweils vom Selphy CP1300 mit o. g. Einstellungen:

Die automatische Bildverbesserung („Image Optimize“) hellt unter anderem dunkle Bereiche auf und entfernt Bildrauschen. Da die Ergebnisse dadurch schwer zu reproduzieren sind, sollte sie bevorzugt beim Drucken vom Handy genutzt werden, wo sonst nur wenige Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Beim Drucken aus Lightroom oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm gibt es dort normalerweise vielseitige Möglichkeiten bis hin zur Einbindung von ICC-Profilen um ein möglichst gutes Druckergebnis zu erreichen.

Durch die aufgebrachte Fixierung überstehen die Ausdrucke auch einen kurzen Wasserkontakt schadlos.

Update: Näheres zu ICC-Profilen sowie ein kostenloses ICC-Profil für den Canon Selphy zum Download findest du in diesem Artikel.

Drucken vom Handy – der Selphy als mobiler Fotodrucker

Zunächst muss das Handy per WLAN mit dem Selphy verbunden sein, entweder im heimischen WLAN oder über das Selphy-eigene WLAN. Fotos vom Handy lassen sich unter iOS entweder über AirPrint drucken oder über die Canon-App. Allerdings werden Bilder vom Handy üblicherweise im Format 4:3 aufgenommen, während die meisten Kameras das Format 3:2 nutzen. Da das Fotopapier am Selphy ebenfalls das Format 3:2 hat, werden Handy-Bilder entweder mit Rand gedruckt oder müssen auf das 3:2-Format zugeschnitten werden.

AirPrint Druckbildschirm

Drucken mit AirPrint: Sieht einfach aus. Ist es auch.

Drucken über AirPrint:

  1. Foto auswählen
  2. Im „Teilen“-Menü ganz rechts auf „Drucken“
  3. Im Druckbildschirm oben rechts noch einmal mit „Drucken“ bestätigen.

Die Bilder werden randlos gedruckt. Vorteil: Man muss sonst nichts einstellen, es funktioniert einfach. Nachteil: Man kann auch nichts einstellen.

Drucken über die Selphy-App:

Dafür werden zwei Apps benötigt:

  • Canon PRINT Inkjet/SELPHY
  • SELPHY Photo Layout

In der ersten App können einige Standard-Layouts gewählt und der Druck gestartet werden. Die zweite, spezielle Selphy-App verfügt über einige spezifische Layouts zum Beispiel für Sticker, benötigt aber zum Drucken wieder die PRINT Inkjet/SELPHY-App. Das funktioniert, aber Bilder können zum Beispiel weder bearbeitet noch gedreht werden. Auch sind die Meldungen teils kryptisch. Kostprobe: „Im nächsten Bildschirm [Randlos] für [Rand] wählen und drucken.“ Klarer Vorteil der Apps ist die Möglichkeit Kollagen oder mehrere Bilder auf einen Abzug zu drucken, Ränder einzustellen und einiges mehr.

Alles in allem funktioniert der Selphy als Fotodrucker fürs Handy reibungslos und in guter Qualität.

Verbrauchsmaterial und Druckkosten

Das Papier für den Selphy gibt es immer in Kombination mit der passenden Farbkartusche, die genau für die jeweilige Papiermenge ausreicht. Das vermeidet das Wechseln einzelner Tintenpatronen oder dass die Farbe gerade im falschen Moment ausgeht. Papier und Kartuschen gibt es in verschiedenen Sets direkt von Canon. Fremdhersteller bieten ebenfalls Papier und Farbkartuschen für den Selphy an, sind preislich aber meist nicht viel günstiger als die Originalsets.

Neben dem klassischen 10x15cm-Format gibt es von Canon Fotopapier im Scheckkartenformat (z. B. passend für den Geldbeutel) sowie verschiedene Stickerformate. Für alle Formate, die auf das Scheckkartenformat 54x86mm gedruckt werden wird eine separate Papierkassette benötigt. Achtung: Wird zwischen verschiedenen Papieren gewechselt bevor ein Set verbraucht ist, muss jeweils auch die Farbkartusche mitgewechselt werden.

Alle verfügbaren Papiervarianten für den Canon Selphy findest du in der folgenden Übersicht:

BezeichnungBildBeschreibungPapierFarbeVerfügbar bei
KP-36IPTinten- und Papiersatz Postkartenformat36 Blatt
100x148mm
1 Kartusche für 36 DruckeAmazon
KP-108INTinten- und Papiersatz
Postkartenformat
(kompatibel für alle Selphy-Modelle)
108 Blatt
100x148mm
3 Kartuschen für 108 DruckeAmazon
RP-108
Preis-/Leistungs-Empfehlung
Tinten- und Papiersatz Postkartenformat
(kompatibel ab CP-820 und höher)
108 Blatt
100x148mm
2 Kartuschen für 108 DruckeAmazon
KC-36IPTinten- und Papiersatz
Kreditkartenformat
36 Blatt
54x86mm
1 Kartusche für 36 DruckeAmazon
KC-18IFTinten- und Papiersatz
Aufkleber 54x86mm
18 Blatt
54x86mm
1 Kartusche für 18 DruckeAmazon
KC-18ISTinten- und Papiersatz
Aufkleber 54x54mm
Trägerfolie 54x86mm
18 Blatt
54x86mm
1 Kartusche für 18 DruckeAmazon
KC-18ILTinten- und Papiersatz
Aufkleber 22x17mm
(8 je Sticker je Seite)
18 Blatt
54x86mm
1 Kartusche für 18 DruckeAmazon
PCC-CP400Papierkassette für 54x86mm,
notwendig für Papier im Scheckkartenformat
------Amazon

Für normale Ausdrucke auf 10x15cm-Fotopapier ist das Set RP-108 die beste Wahl. Die Kosten für das Set liegen normalerweise im Bereich von 25-28€. Damit ergibt sich ein Preis je Bild von etwa 0,25€. Im Vergleich dazu kostet ein Bild mit dem 36er Set KP-36IP etwa 80% mehr. Rechnet man noch die Kosten für den Selphy dazu liegt man je nach Intensität der Nutzung am Ende zwischen 0,30€ und 0,40€ je Bild.

Zubehör

Damit der Selphy bei Bedarf tatsächlich ein mobiler Fotodrucker wird, ist der passende Akku eine gute Investition. Gibt es vor Ort Strom, kannst du aber auch einfach das Netzteil einpacken. Außerdem gibt es bei Canon eine Tasche, in der alles seinen Platz findet.

BezeichnungBildBeschreibungVerfügbar bei
DCC-CP2Transporttasche für Canon SelphyAmazon
NB-CP2LHAkku für Canon Selphy, ausreichend für etwa 36 DruckeAmazon
Fiskars SureCut A5Papierschneider A5Amazon
Fiskars SureCut A4Papierschneider A4Amazon

Tipp: Der passende Papierschneider, zum Beispiel von Fiskars. So lassen sich nach dem Drucken beliebige Bildgrößen exakt zuschneiden. Für 10x15cm reicht der platzsparende A5-Papierschneider aus.

Fazit

Dass es die Canon Selphy-Serie nun schon über 10 Jahre gibt hat seinen Grund. Inzwischen ist es ein durchdachtes und ausgereiftes System, mit dem sowohl die Fotos fürs Familientagebuch, als auch Party-Schnappschüsse zu Papier gebracht werden können. Und dank optionalem Akku und eingebautem WLAN dient der kleine Selphy auch als mobiler Fotodrucker, der sogar beim Camping-Urlaub für Fotos zum Anfassen sorgt.

Die Handhabung hat sich als absolut unkompliziert herausgestellt – im Vergleich zu Tintenstrahldruckern können zum Beispiel keine Düsen verstopfen. Apps und Menüführung könnten besser sein, erfüllen aber ihren Zweck. Die Qualität ist für den vorgesehenen Einsatzzweck gut, wenn man die Farbeinstellung einmal raus hat. Abwechslung bieten die Scheckkarten- und Stickerformate, die zum Beispiel perfekt ins Freundebuch der Kinder passen. Und das ganze zu einem ziemlich interessanten Preis, der den Komfortgewinn mehr als wert ist. Alles in allem also eine lohnenswerte Anschaffung.


Canon Selphy CP1300

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Objektiv-Guide.de-Rating: 4.5 von 5

Stärken:
– sehr gutes Druckergebnis
– günstige Druckkosten
– guter Preis
– Mobilität

Schwächen
– leichter Farbstich (bei Betrieb ohne Farbmanagement)
– fummelige App


Alle Bilder im Artikel: www.objektiv-guide.de / Produktbilder: Amazon